Minimalistisches Zuhause

Wer kennt nicht die Bilder aus Katalogen der Innenarchitektur und Einrichtungshäuser. Im Raum stehen wenige Möbel und es sind nur einzelne, akzentuierte Dekorationselemente vorhanden. Diese Räume strahlen Ruhe aus. Sie regen uns nicht auf und lassen uns Spielraum für Kreativität. Ist denn so ein Raum im Alltag realistisch?

Leo Babauta stellt auf seiner Website zenhabits einen Leitfaden zur Schaffung eines minimalistischen Zuhauses zur Verfügung.

Zunächst zeigt er die Vorteile einer einfach gehaltenen Umgebung auf.

  • Minimalistisch eingerichtete Räume rufen weniger Stress hervor. Unordnung und Kram lenken von wichtigen Dingen wie Kreativität und Konzentration ab, da sie unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Weniger wirkt beruhigend.
  • Außerdem sei ein einfach eingerichtetes Heim einladender. Es reicht nur Bilder von überladenen und einfachen Einrichtungen zu vergleichen.
  • Und nicht  zuletzt ist ein mit wenig Kram beladene Eigenheim auch leichter sauber zu halten.

Für Babauta sind die Merkmale eines einfach eingerichteten Zuhause:

  • minimale Möbelierung,
  • soweit es geht freie Oberflächen und
  • akzentuierte Dekoration.

Generell geht Qualität vor Quantität und nicht mehr als nötig. Alles sollte seinen Platz haben. Wenig genutze Dinge verstaut man am besten außer Sicht. Für weitere kleinere praktische Tipps und Vorgehensweise, schaut einfach auf Leo Babautas Seite.

Joshua von becomingminimalist hat eine Liste von 101 Dingen gemacht, die fast in jedem Haushalt reduziert werden können. Gerade Küchenutensilien hat man oft doppelt oder einige wenige Universalgegenstände übernehmen auch die Funktionen von anderen. An Kosmetik- und Hygieneprodukte besitzt man oft mehr als man wirklich nutzt. Ein kritischer Blick ist hier angebracht und die Devise Aufbrauchen soweit es geht. Auch bei den Hobbymaterialien sollte man genauer hinsehen bzw. auch alles nutzen oder aussortieren. Technik und Audiovisionelle Medien hat man meist zu viel, weil man altes nicht weggibt und sich Musik-, Film- und Spielgeschmack von Zeit zu Zeit ändert. Von Kleidung sowie Handtüchern und Bettwäsche mal ganz abgesehen. Es lohnt sich, die Liste abzuklappern, denn einiges gerät leicht in Vergessenheit.

Zum Abschluss noch ein passendes Zitat von William Morris als goldene Regel: „Have nothing in your house that you do not know to be useful, or believe to be beautiful.“ – Frei übersetzt: Habe nichts in deinem Haus, was du nicht als nützlich oder schön erachtest.

Wie stellt ihr euch ein minimalistisches Zuhause vor? Lebt ihr vielleicht schon in einem einfach möblierten Heim? Oder ist es euer Ziel?

Die 21-Tage-Reise zum Minimalismus

Minimalismus kennen lernen und dabei die Wohnung minimalistisch herrichten. Das ist der Plan von theminimalists bei ihrer 21 Tage-Reise (21-Day Journey). Einer der Blogger, Joshua, war seit 2010 auf seinem Weg zum Minimalisten. Im Blog konzentrieren sich die beiden auf Ryans leben und entrümpeln seiner Wohnung.

Der Plan sieht wie folgt aus. Nach der Entscheidung zur Veränderung und einer Liste von Zielen, die umgesetzt sollen, geht es ans eigentliche, physische Entrümpeln. Alles – wirklich alles, von Kleidung und Bücher über Hygieneartikel und Küchenutensilien – wird eingepackt. So als ob man umzieht. Große Dinge wie Möbel werden mit Laken zugedeckt, sodass sie nicht unmittelbar nutzbar sind.  Es geht darum alles außer Sicht zu bringen. An die Dinge, die uns wichtig sind und die wir brauchen, werden wir uns erinnern und sie aus den Kisten holen können. Die ganze Packing-Party, wie es die Blogger verschönt nennen, kann wirklich einen ganzen Tag dauern.  Nun werden die lebensnotwendigen Dinge wieder ausgepackt, wie Zahnbürste oder Küchenutensilien sowie ein paar Kleidungsstücke. Aber auch wirklich nur diejenigen, die man sofort benutzt. Nicht einfach, welche herausnehmen, weil man denkt, dass man sie vielleicht brauchen wird. So kommen nur die wichtigsten Besitztümer zurück. Das Gleiche gilt für die Möbel. Du möchtest sitzen und einen Tisch benutzen? Dann decke diese Dinge auf, aber nicht mehr.  Daraufhin merkt man, was Dinge sind, bei denen man nur denkt, dass man sie braucht. Alles, was in den Kisten oder zugedeckt bleibt, wird gar nicht oder zu selten genutzt.

In den weiteren Tagen behandeln die Blogger allgemeine Themen wie Angst, Glaube und das persönliche Wachsen sowie Minimalismus Freunden und Familie zu erklären. Weiterhin werden die Wege zum Loswerden der überflüssigen Sachen vorgestellt: Müll oder Recycling, spenden oder verschenken sowie verkaufen. Viele Dokumente und Bilder können digitalisiert sowie Fotos von Erinnerungsstücken aufgenommen werden. Außerdem geben die Blogger den Hinweis, dass man auch Extra-Elektronik, den Fernseher, das Auto oder sogar das zu große Haus verkaufen kann. Zum Ende gehen sie auf minimalistisches Arbeiten sowie Minimalistische Gesundheit ein.

Meine Meinung dazu: Das Ganze eignet sich gut zum Kennenlernen der Idee vom Minimalismus. Aber man wird nicht zum Minimalisten, denn es gehört insbesondere das tägliche Hinterfragen des Konsums dazu. Aber es ist ein guter Anfang. Nun habe ich mich auch gefragt, warum theminimalist gerade 21 Tage nahmen? Dies begründen die Blogger damit, dass sich eine neue Gewonheit erst nach 21 Tagen etabliert. Dem stand ich skeptisch gegenüber und forschte etwas nach. Laut einer Studie am University Collage aus dem Jahre 2009 kann es 18 aber auch bis zu 254 Tage dauern, bis sich eine Aktivität zur Gewohnheit wird. Der Durchschnitt lag bei 66 Tagen. Gleich dreifach soviel wie bei der 21-Tage-Herausforderung. Auch soll man in den 21 Tagen, immer die gleich Aktivität ausführen oder unterlassen. Dies ist beim 21-Day Journey nicht der Fall. Trotzdem ist die Vorgehensweise interessant, da es noch um einiges mehr als das Entrümpeln geht.

Wie habt ihr den Minimalismus im eigenen Leben erfahren? Ist euch die Idee vom minimalistischen Leben vielleicht sogar schon in Fleisch und Blut übergegangen, sodass ihr gar nicht mehr darüber nachdenken müsst?

Minimalistisches Leben als Familie?

Die Frage habe ich mir oft gestellt, nachdem ich die Beispiele von den Neominimalisten gesehen haben. Die bekannten deutschen Minimalisten von MrMinimalist und Minimalismus Leben wohnen bisher allein und haben noch keine eigene Familie gegründet. Es ist ein Unterschied, ob man allein minimalistisch lebt, mit einem Partner oder sogar mit Kindern. Wie soll das denn funktionieren?

Die theminimalists haben eine tolle Linksammlung zusammengestellt, die helfen kann, seine Liebsten mit an Board des Minimalismus zu bekommen. Darunter sind mehrere Artikel von Leo Babauta von zenhabits und Joshua Becker von becomingminimalist.

Was ist, wenn ich einen Mann oder eine Frau habe, die nicht von der Idee des Minimalismus angetan ist. Kann ich meinen Kindern einfach ihr Spielzeug wegnehmen? Werden die älteren Kinder kooperieren? Ein paar Antworten möchte ich euch in einer Zusammenfassung aus den obigen zwei Beiträgen vorstellen:

  • Erläutere deine Entscheidung zum Minimalismus. Erkläre deiner Familie, was du vom Minimalismus erwartest. Konzentriere dich dabei auf die positiven Aspekte, wie mehr Zeit und Geld für wichtige Dinge.
  • Beginne damit, deine eigenen Besitztümer zu reduzieren. Sei ein gutes Beispiel. Danach entferne von ihnen ungenutzte Dinge zuerst. Außerdem macht gemeinsames Entrümpeln als Familienaktion Spaß.
  • Überdenke deine Käufe in Zukunft sehr gründlich. Bevorzuge Qualitätsspielzeug anstatt purer Quantität. Belohne deine Familie mit Erlebnissen anstatt mit Materiellem. Regle Geschenke mit Verwandten und Freunden.
  • Vereinfache deinen Alltag. Plane nicht zu viel. Trage weniger mit dir herum. Erfreue dich an einfachen Dingen.
  • Sei geduldig. Zwinge sie nicht, sich den Minimalismus zuzuwenden. Nehme eine entspannte Haltung ein. Atme tief durch, wenn nicht alles so klappt, wie du dir das vorstellst.

Einer meiner Lieblingsblogs ist theminimalistmom. Rachel befasst sich insbesondere mit Minimalismus im Familienleben. Ich habe auch ihre alten Beiträge gelesen und es war interessant, die Entwicklung im Laufe des Blogschreibens zu verfolgen. Sie fing an, ihr Leben trotz Mann und Kind oder gerade deswegen zu entrümpeln. Zunächst physisch, einherkamen die finanziellen Einsparungen. Sie macht sich sehr viele Gedanken, was Kinder eigentlich brauchen. Auch auf ein Auto haben sie für eine Zeit verzichtet – trotz zwei Kindern. An ihr nehme ich mir besonders ein Beispiel. Ich werde in diesem Blog auch unseren Werdegang zum einfacheren Leben schildern. In einem Jahr vielleicht wird sich dann eine Entwicklung abzeichnen. Ich frage mich insbesondere, ob ich meinen Kindern etwas nehme, wenn ich ihr Spielzeug reduziere oder sie nicht an vielen kostenintensiven Aktivitäten teilhaben lasse. Dies möchte ich im Laufe der nächsten Zeit für mich klären.

Denkt ihr, es ist möglich mit Kindern ein minimalistisches Leben zu führen ohne dass sie darunter leiden? Lebt ihr vielleicht schon ein einfaches Leben und genießt es?

MinimalismusFamilie – Unsere Situation

Noch wisst ihr ja nicht, wer hinter MinimalismusFamilie steckt.  Fotos möchte ich erst einmal vermeiden, denn ich möchte meine Familie, insbesondere meine Kinder nicht allzu sehr in der digitalen Welt verewigen. Aber trotzdem möchte ich euch im heutigen Beitrag ein bisschen mehr von uns erzählen.

Wir sind eine vierköpfige Familie mit einem Baby und einem Kleinkind. Ich bin gegenwärtig in Elternzeit. Mein Mann ist Brasilianer und noch in der Integrationsphase auf dem Arbeitsmarkt. Das bedeutet, dass wir leider zurzeit auf Kosten des Staates leben. Ein schlechtes Gefühl, aber wir mussten uns damit abfinden. Wir leben auf 50  m2 in einer Zwei-Raum-Wohnung, besitzen kein Auto und sparen, wo es geht. Dies ist aber nur eine geringe Einbuße dafür, dass wir unterstützt werden.

Unsere finanzielle Situation sieht also nicht gerade rosig aus. Deshalb identifizieren wir uns nicht so sehr mit den Bloggern insbesondere der amerikanischen Webseiten, die meist im Überkonsum gelebt hatten. Wir führen schon ein relativ konsumbewusstes Leben, weil wir es einfach müssen.

Jedoch finde ich interessant, dass viele als Blogger vertretene Minimalisten, ihren eigentlichen Job aufgegeben haben. Einige schreiben als Globetrotter auf ihren Blogs. Die Mehrzahl veröffentlicht eBooks oder Taschenbücher und erhält ein neues Einkommen. Wenige von den bekannten amerikanischen Minimalisten behält ihren Vollzeitjob. Die Mehrheit davon propagiert, dass es nur durch den Minimalismus und die einhergehenden geringeren Ausgaben möglich geworden ist, den alten Job an den Nagel zu hängen.

Dieser Umstand wäre in abgewandelter Form auch für unsere Familie von Vorteil. Auch wenn ich mir nach der Elternzeit eine Arbeit suchen möchte und mein Mann voraussichtlich auch etwas auf dem Arbeitsmarkt findet, wollen wir nicht weiterhin dem finanziellen Druck ausgesetzt bleiben. Wir wollen wenig ausgeben, um insbesondere die Reisen zur brasilianischen Familie finanzieren zu können. Was ich mir auch vom Minimalismus wünsche, ist, dass ich nicht unbedingt einen Vollzeitjob ausüben muss, um unsere Familie über die Runden zu bringen. Solange die Kinder noch klein sind, könnte ich mir eventuell mit einer 35-Stunden-Woche mehr Zeit für sie schaffen. Dies wird sich aber erst in einem halben Jahr zeigen, wenn mein Sohn knapp über ein Jahr alt ist und wie seine Schwester in eine Betreuungseinrichtung geht.

Somit habe ich jetzt sechs Monate Zeit, unser Leben zu entrümpeln, bevor mein Terminkalender etwas voller wird. Das dürfte für die Grundsteinlegung reichen. Was jedoch nicht bedeutet, dass wir dann schon am Ziel angekommen sein werden. Aber es ist eine grobe Orientierung. Also, auf geht’s.

Wie sieht eure Situation aus? Seid ihr Single, in einer Partnerschaft oder habt ihr eine Familie gegründet? Wie seht ihr euer zukunftiges Leben mit Minimalismus?

Project 333

Hier das Experiment, das ich gestern angedeutet habe. Es geht um das Project 333 von bemorewithless.com, das heute wieder offiziell neu startet. Worum geht’s?

Basics:

  • Wann: Alle 3 Monate
  • Was: 33 Kleidungsstücke, Accessoires, Schmuck und Schuhe
  • Was nicht: Unterwäsche, Schlafwäsche, Hausanzug oder Sportkleidung sowie Hochzeitring
  • Wie: Wähle 33 Sachen, packe die restlichen ein und verstaue sie außer Sicht
  • Was noch: Achte darauf, eine Garderobe zu erstellen, mit der du die nächsten drei Monate leben, arbeiten und spielen kannst.

Mein Kleiderschrank platzt zum Glück nicht mehr aus allen Nähten, aber ich weiß, dass er noch weiter zu reduzieren geht. Ich sehe in dem Project 333 die Chance, mich und meinen Stil besser kennen zu lernen. Also habe ich  die Kleidungsstücke herausgesucht, die ich die nächsten drei Monate tragen möchte. Schaut euch hier die Collage an:

Project 333

Was ist nun dabei?

  • Rucksack und Umhängetasche (mit viel Platz für Windeln und Wechselsachen für die Kinder)
  • 4 Paar Schuhe (Stiefel, Halbschuhe, Sandalen, bald Turnschuhe – die alten sind kein Foto mehr wert)
  • Schal und Mütze (Handschuhe brauche ich hoffentlich nicht mehr)
  • Regenjacke
  • 2 Hosen
  • 4 Shorts, zu denen ich gern Leggins trage oder Strumpfhosen (letzteres nicht mitgezählt bei den 33)
  • hoffentlich bald 2 Röcke
  • 1 Kleid
  • 3 Pullover/Strickjacken
  • 3 lange Oberteile
  • 3 Oberteile, altes Stillshirt ist sehr abgetragen, wird aber genutzt, außerdem will ich neues Stillshirt nähen
  • Leggins
  • Sonnenbrille mit Stärke
  • Kette und ein Paar Ohrringe

Am Ende musste ich mich doch zwingen auf die 33 zu kommen. Hoffe nur, dass ich jetzt nichts Essentielles vergessen habe. Bin gespannt, wie das so wird. Zwischenbericht gibt’s in einem Monat.

Könnt ihr mit 33 Kleidungsstücken und Accessoires für 3 Monate leben? Wie viele Kleidungsstücke braucht ihr in einem Monat? Macht ihr vielleicht selbst beim Project 333 mit?

Minimalistischer Kleiderschrank

Statistiken besagen, dass wir nur 20 % unseres Kleiderschrankes in 80 % unserer Zeit nutzen. Deshalb ist weniger erstaunlich, warum sich insbesondere Frauen ständig vor einem vollen Kleiderschrank stehend darüber beklagen, dass sie nichts anzuziehen hätten. 80 % ihrer Garderobe bleibt nämlich ungenutzt oder kommt nur selten zum Einsatz. Es wird Zeit, dem ein Ende zu bereiten.

Warum weniger Kleidung besitzen?

  • Man gibt weniger von seinem Einkommen dafür aus und hat mehr für andere Dinge.
  • Anstatt Zeit beim Shoppen (in den Läden oder online) zu verbringen, Zeit für wichtigere Dinge wie Familie, Freunde oder Projekte nutzen.
  • Mit weniger Kleidungsstücken bleibt der Kleiderschrank übersichtlicher und man weiß, was dort eigentlich drin liegt.
  • Man kann morgens schneller entscheiden, was man anzieht.
  • Und das Kofferpacken wird einfacher.

Wie?

  • Erster Schritt: Sich eingestehen, dass man zu viele Kleidungsstücke besitzt.
  • Weniger Farben: Welche magst du, was steht dir?
  • Entscheide dich, wo es nur geht, für nur EINES von einer Sorte.
  • Verkaufe, spende oder entsorge die Kleidungsstücke, die du nicht trägst und nicht brauchst.

Und dann?

  • Shoppe nicht als Hobby.
  • Setze dir ein monatliches, finanzielles Limit.
  • Wende die Eins-rein-eins-raus-Regel an.
  • Setze lieber Qualität als Quantität.
  • weniger Platz zur Verfügung stellen
  • Bevorzuge kombinierbare Kleidungsstücke.

Die Tipps habe ich mir von becomingminimalist und von hier zusammengestellt.

Und wie sieht es bei mir aus?

Vor sechs Monaten, als ich vom Minimalismus erfasst wurde, habe ich bereits meine Garderobe um die Hälfte reduziert. Schwangerschaftsmode aussortiert. Kleidung, in die ich nach den zwei Kindern nie und nimmer mehr reinpassen werde, konnte auch nicht bleiben. Stücke, die ich in den letzten zwei Jahren vielleicht ein-/zweimal oder sogar gar nicht anhatte, wurden erst recht ausrangiert. Einige doppelt oder dreifach vorhandene Kleidung kamen auch auf den Raus-Stapel. Einige von meinen Sachen von vor den Schwangerschaften sind geblieben, da ich zwischen den Kindern reingepasst habe. Am Ende habe ich zwei Tüten in die Altkleidersammlung getan. Eine große Tüte in den SecondHand-Shop gebracht und zwei große Oxfam gespendet. Einige kaputte Stücke und Unterwäsche habe ich dann letztendlich entsorgt. Trotzdem finde ich, dass ich noch zu viel in meinem Kleiderschrank habe.

Jetzt die große Bestandsaufnahme. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen zu zählen.

Kleidung
Hosen lang: 8
Shorts: 4
Röcke: 5
Kleider: 6
Oberteile kurz: 10
Oberteile lang: 9
Blusen: 2
Pullover/Strickjacken: 6
Sportbekleidung: 4
Haus-/Schlafwäsche: 16
Badebekleidung: 2
Schal/Mützen/Handschuhe: 15
Jacken/Mäntel: 5
Sonstiges: 11

Schuhe
Stiefel: 5 Paar
Sportschuhe: 1 Paar
Turnschuhe: 1 Paar
Ballerinas: 2 Paar
Absatzschuhe: 4 Paar
HighHeels: 1 Paar
Sandalen: 3 Paar
Flip-Flops: 5 Paar
Hausschuhe: 1 Paar

Accessoires habe ich noch nicht gezählt. Jedoch habe ich nicht besonders viel davon. Ausgenommen Unterwäsche und Socken sowie Strumpfhosen, besitze ich 103 Kleidungsstücke. Viel, oder? Bei Schuhen sind es 23 Paar. Da gibt es viele Frauen mit mehr. Aber ich habe wirklich 5 Flip-Flops. Das kommt davon, wenn man oft aus Brasilien welche mitbringt oder geschenkt bekommt.

Abschließend muss ich sagen, dass mir beim Durchzählen aufgefallen ist, dass es doch noch einiges gibt, was ich nicht anziehe. Also Zeit für ein bisschen Action. Morgen stelle ich euch ein Experiment aus einem englischen Blog vor. Seid gespannt.

Wie sieht euer Kleiderschrank aus? Habt ihr einen Überblick über das, was ihr habt? Gefällt euch eure Garderobe sehr oder seid ihr unzufrieden? Mögt ihr es minimalistisch oder habt ihr lieber mehr im Schrank?

Deutsche Blogs zum Minimalismus

Mit dem heutigen Beitrag möchte ich euch einige deutsche Blogs vorstellen. Es werden immer mehr. Und es fällt auf, dass die deutschsprachigen Blogger einen ähnlichen Hintergrund wie ich haben. Selten lebten diese vorher über ihre Verhältnisse, wie es oft bei den US-amerikanischen Bloggern der Fall war. Ich kann mich oftmals mehr mit ihnen identifizieren, vor allem, was die allgemeine Einstellung zu Konsum angeht.

Auf MrMinimalist bin ich als allererstes in Zusammenhang mit dem Minimalismuskult gestoßen. Er wurde damals in der Dokumentation erwähnt, die ich sah. Sebastian Michel startete seinen Blog im Jahr 2011. Er betont immer, dass er ein Maximalist ist, der durch den Minimalismus seine Lebensqualität maximiert. Eine gute Ansicht.

Minimalismus leben wird von Michael Klumb unterhalten. Er hat einen guten Tipp für die „Das will ich auch haben“-Begierde: Alles, wovon man denkt, man bräuchte es, auf eine Liste schreiben und wenn man diese Dinge nach 30 Tagen immer noch als begehrenswert ansieht, kaufen.

Alex Rubenbauer schreibt gut recherchierte Artikel und sammelt Gastbeiträge auf seinem Blog. Auf Geschenke legt er wenig Wert. Er gibt einen Denkanstoß um Bedürfnisse zu erkennen und so Fehleinkäufe zu vermeiden.

Frau Ding Dong schreibt ihren Blog unterhaltsam und deckt viele Lebensbereiche ab. Ich finde Insbesondere ihre Experimentekategorie anregend.

Rachel Suhre von mamadenkt.de gibt interessante Anstöße, vor allem aus Familiensicht. Bisher las ich noch auf keinem Blog über die Menstruationstasse als Alternative für den monatlichen Frauenmüll.

Zum Abschluss noch ein tolles Experimente: Ein Jahr ohne Shoppen? Ist das möglich?

Nunu Kaller hat sich getraut, dies auszuprobieren und alles auf ihrem Blog berichtet.

Meine Auflistung erhebt natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Deshalb die Fragen an euch:

Welchem Blog über Minimalismus oder Schlichtheit folgt ihr? Oder schreibt ihr selbst über die Erfahrungen eines einfachen Lebens?

Bekannte englische Minimalism Blogs

Heute möchte ich euch einige englischsprachige Blogs vorstellen. Dabei möchte ich nicht mehr auf exilelifstyle sowie cultofless eingehen, auch wenn diese von Minimalisten geschrieben werden und ich sie im letzten Beitrag erwähnt habe. Sie sind jedoch sehr speziell und befassen sich wenig mit dem Begriff Minimalismus allgemein und im Alltag. Und Zenhabits wird in folgenden Posts immer mal wieder auftauchen.

In meinen ersten Beitrag habe ich euch bereits von den theminimalists erzählt. Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus unterhalten den gleichnamigen Blog. Sie konnten durch ihre Blogtätigkeit  ihre Bürojobs aufgegeben und können von ihren Vorträgen und Büchern über Minimalismus leben. Sie erarbeiteten die 21-Tage-Reise (21-Day Journey), mit der es anderen erleichtert werden soll, Minimalismus kennen zu lernen.

Joshua Becker von becomingminimalist.com ist Familienvater und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Familienleben zu vereinfachen und insbesondere sein großes Eigenheim zu entrümpeln. Auch er hat sich durch seine Passion Minimalismus selbstständig gemacht. Seine Blogeinträge sind meist kurz. Er bietet einige Leitfäden zum Entrümpeln und wie man Unordnung vermeiden kann.

Die MinimalistMom, Rachel Jonat, startete mit dem Minimalisieren in der Elternzeit mit ihrem ersten Sohn. Sie und ihr Mann sind vor der Geburt in ein größeres Haus gezogen und es war nach kurzer Zeit wieder genaus vollgemüllt, wie das kleinere davor. Durch Minimalismus konnte das Ehepaar ihre Schulden schneller als erwartet tilgen, sie selbst brauchte nicht zurück in den Job und sie leben nun im Ausland. Auch mit dem zweiten Sohn entwickelte sich Rachel. Interessant sind insbesondere ihre Artikel über Minimalismus mit Kindern.

Jessica Dang von minimalstudent.com deklariert sich selbst als Vagabundin und gehört schon seit 2009 zu den Minimalisten. Sie zeigt auf ihrem Blog ihre minimalistische Wohnung. Sie wohnt mittlerweile in Japan und richtet sich mit ihren Beiträgen vorwiegend an Singles. Sie gibt auch eine Anleitung wie man aus einem Koffer leben kann (OBL – One bag living).

Mit weniger mehr sein. Courtney Carver von bemorewithless.com lebt nach diesem Motto. Die Mutter und Ehefrau muss mit einer schweren Krankheit leben und wollte deshalb ihr Leben vereinfachen. Nicht nur physisch sondern auch mental. Insbesondere Aktivitäten bewusst wählen und Nein sagen zu können, findet sie wichtig. Ihre Mini-Missions kann ich jedem nur ans Herz legen.

Für Francine Jay, bekannt als MissMinimalist, ist  Minimalismus das Eliminieren von Ablenkung, welche uns abhält, dass Leben voll auszuschöpfen. Ein interessanter Beitrag von ihr ist das Coming-Out als Minimalist gegenüber Familie und Freunden.


Welchen englischsprachigen Blogs folgt ihr? Welche Themen interessieren euch? Gibt es Bereiche die euch bisher in den existierenden Blogs fehlen?

Anfänge des Minimalismus-Kults

Nach einigen Artikeln, die im Internet kursieren fing der Minimalismus-Trend mit dem US-Amerikaner Kelly Sutton an. Nach zwei Auslandssemster kam der Programmierer zurück nach L.A. und konnte sich nicht daran erinnern, was in den Kisten war, die er bei Freunden untergestellt hatte. Somit beschloss er im September 2009 sein Hab und Gut auf zwei Koffer und zwei Kisten zu reduzieren. Sein Ziel bis Dezember 2009 fertig zu werden, hat er erreicht. Dem Ganzen gab er einen Namen: Cult of Less. Auf der gleichnamigen Website erfasste er das Loslassen seines Besitzes. Er erstellte eine Liste von Dingen, die er verkaufen oder weggeben und die er behalten wollte. Sogar sein Auto verkaufte er, weil er es nach dem Umzug nach New York nicht mehr gebrauchen konnte.

Joshua und Ryan von theminimalists.com nennen den Globetrotter Colin Wright als ihre Inspiration. Schon im April 2009 fing er mit seinem Projekt Exil an. Er wollte alle vier Monate in ein ihm unbekanntes Land reisen und darüber in exilelifestyle.com berichten. Deshalb entschied er sich für einen minimalistischen Lebensstil. Als Backpacker hatte er nur einen begrenzten Platz für sein Eigentum.

Leo Babauta dagegen fing durch seine Website Zenhabits bereits 2007 an, Tipps für ein einfaches Leben zu geben. In seinem Simple Living Manifesto erwähnt er auch einige Grundsätze des Minimalismus:

Entrümple bevor du organisierst. Eliminiere überflüssige Gegenstände. Habe für jeden Gegenstand einen Platz. Vereinfache  deinen Kleidungsstil. Beschränke dich beim Einkauf.

Das sind nur einige Beispiele, die sich auf das Entrümpeln des Lebensraumes beziehen.

Diesen Pionieren schließen sich aberviele Neo-Minimalisten an. Einige radikal, andere weniger extrem. Insbesondere Blogs im englischsprachigen Raum gibt es in Unmengen. Im Verlauf meiner Minimalismusreise werde ich einige davon sowie deutsche Blogs vorstellen. Im speziellen habe ich im Internet nach Minimalismusfamilien recherchiert, denn es ist schon ein Unterschied, ob ein Single seine Wohnung entrümpelt oder eine ganze Familie ihr Leben vereinfacht. Seid also gespannt.
Wie seid ihr auf den Lebensstil Minimalismus aufmerksam geworden?

Was ist Minimalismus?

Was genau ist nun Minimalismus? Im Duden wird das Wort „minimalistisch“ u.a. als „in (bewusst) geringem Ausmaß“ definiert. Es geht nicht darum, mit weniger leben zu müssen oder kaum etwas unternehmen zu können, sondern sich dafür zu entscheiden, nur das zu machen oder zu besitzen, was man wirklich braucht.

Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus von theminimalists.com definieren Minimalismus wie folgt:

„Minimalism is a lifestyle that helps people question what things add value to their lives. By clearing the clutter from life’s path, we can all make room for the most important aspects of life: health, relationships, passion, growth, and contribution.“ [Quelle]

Frau Ding Dong von Frau Ding Dongs Leben beschäftigt sich unter anderem seit Ende 2010 mit Minimalismus. Für sie war der Trend auch zunächst sehr auf die 100 Gegenstände beschränkt. Gerade in amerikanischen Blogs wird viel von Downshifting anstelle von Überkonsum geredet. Es ist ja allgemein bekannt, dass der Großteil der US-Amerikaner auf Pump lebt und sich einen Lebenstil über den eigenen Möglichkeiten finanziert. Hierzulande ist das weniger der Fall. So wie Frau Ding Dong haben wir auch kein Auto, ich zähle Shoppen gehen nicht zu meinen Hobbys, ich bin bereits sparsam bei den Einkäufen und in unserer kleinen Zwei-Raum-Wohnung haben wir ohnehin nicht viel Platz für übermäßig viel Kram wie zu viele Bücher oder CDs.

Die Ziele des Minimalismus sind sehr abstrakt gehalten. „A life with more time, more money, and more freedom to live a more meaningful life.“ bringen die theminimalists an. Wer will nicht gerne mehr Zeit und mehr Geld haben? Aber wie das wirklich funktioniert, erklärt niemand genau. Klar, es ist einleuchtend, wenn man weniger besitzt, dann muss man weniger aufräumen, putzen, organisieren oder reparieren bzw. ersetzen. Das verschafft einem mehr Zeit. Weniger shoppen und fernsehen auch. Mehr Zeit für Gesundheit und Sport. Für Freunde und Familie. Aber was das neue Lebensgefühl der Minimalisten ausmacht, dass erfährt der einzelne wohl nur, wenn er selbst den Weg geht.

Frau Ding Dong hat noch einen schönen Ausdruck gewählt: Minimalismus ist „Genügsamkeit und die daraus resultierende Zufriedenheit.“ Das nehme ich mir auf meiner Reise zum großen Ziel.

Was bedeutet Minimalismus für euch? Habt ihr euch schon mal mit diesem Thema befasst? Was haltet ihr von der Bewegung?